UnserLeben #3: Wildcamping in Spanien Thumbnail

UnserLeben #3: Wildcamping in Spanien

Übernachten im Naturpark, Oliven-Plantagen und unsere erste Panne.

Cale | | Reisen · UnserLeben

Seit unserem letzten Blog-Beitrag ist viel passiert: Wir sind weitere 1.000 Kilometer gefahren, haben die ersten Wildcamping-Nächte abseits der Straße verbracht und sind mit unserem Mercedes-Bus das erste Mal liegen geblieben. Dazwischen haben wir viel gelacht, beeindruckende Natur gesehen, uns tagsüber gesonnt und in den Nächten gefroren. Los geht’s!

Cale Cindy im Mercedes Benz 407

Mit viel Spaß dabei - endlich wärmeres Wetter!

1.000 Kilometer quer durch Spanien - unsere Eindrücke

Von Bordeaux aus sind wir an der Atlantikküste nach Spanien, haben eine Nacht direkt am Meer in San Sebastian geschlafen und sind danach über Madrid weiter in den Süden gefahren. Große Teile der Strecke sind wir gemeinsam mit unseren Freunden Christie und Philipp gefahren, und auch die meisten Abende haben wir zusammen verbracht.

Das Leben “on the road” hält dabei immer wieder spannende, aber auch lustige Momente bereit - zum Beispiel, wenn die Mädels auch auf einem eingezäunten Rastplatz nicht auf ihren Sport verzichten:

Cindy und Christie beim Sport vor einem McDonald's

Da wir so viel Strecke zurückgelegt haben, gab es natürlich auch einiges zu sehen. Zum Beispiel fuhren wir im Norden Spaniens durch grüne Berglandschaften, die eher an die bergige Schweiz als das heiße Spanien erinnerten:

Nordspanien Berge


Spanien Norden Natur Berge


Natur Spanien See Berge Norden

Aber zwischendurch fanden wir auch immer wieder Zeit, die spanischen Städte und Dörfer zu erkunden. Philipp ist dabei ein ausgezeichneter Reise-Guide und schlägt uns meist sehr sehenswerte Orte vor und führt uns stets zu touristischen Punkten - mit besonderer Vorliebe für Kirchen.

Kirche in der spanischen Stadt Jaén, Spanien

Kirche Nr. 1 in Jaén, Zentralspanien

Kirche in der spanischen Stadt Jaén, Spanien

Kirche Nr. 2 in Jaén

Aranjuez, Park der Stadt

Der Stadtpark in Aranjuez

Einkaufen müssen wir nicht - Containern sei Dank!

Wie erfolgreich das Containern bei uns teilweise schon war, hat Cindy bereits in ihrem Foodsaving-Artikel erzählt. Auch die letzten zwei Wochen mussten wir nicht einkaufen. Hier zum Beispiel der letzte Fund bei LIDL:

Gerettete Lebensmittel, Obst wie Ananas und Birnen

Gesundes Essen ganz umsonst: 3 Tage Fruchtsalat!

Aber keine Sorge, auch mit ungesundem Süßkram und Cola (und zwei noch gefrorenen Brathähnchen!) wurden wir versorgt:

Cola und Süßigkeiten aus dem Müll

Endlich geht’s off-road: Mit dem Campervan in die Natur

Zwischendurch haben wir Vladimir, der von Moskau aus bis nach Spanien getrampt ist, mitgenommen und ihn zu einem gemeinsamen Abend im Naturpark Deseñaperros samt Barbecue und Lagerfeuer eingeladen. Hier, am Rande des Naturparks, kam bei mir zum ersten Mal Wildcamping-Feeling auf: schroffe Berge, üppige Wälder, ein pletschernder Bachlauf, kreisende Adler und die endlose Ruhe der Natur.

Desenaperros Naturpark Spanien Wildcamping

Direkt am Naturpark - Vladimir schläft mit Zelt IM Park

Wildcamping Lagerfeuer Spanien Campervan

Gemeinsames Lagerfeuer und Grillen am Abend

Deseñaperros Naturpark Spanien Berge Natur

Naturpark Deseñaperros: Die Berge im morgendlichen Nebel

Cindy meditiert in den Bergen im Naturpark

Cindy beim Meditieren in den Bergen

Panorama Natur Desenaperros Nationalpark

Yoga Asana Krähe Bakasana an der Klippe

Ich in einem meiner Lieblings-Asanas, der Krähe (Bakasana)

Für solche Momente reise ich - einen Abend auf dem McDonald’s-Parkplatz einer großen Stadt zu verbringen, kann zwar auch witzig sein, erfüllt mich aber natürlich nicht. Umso glücklicher war ich darüber, dass wir am darauffolgenden Tag wieder einen schönen Platz abseits der Straße finden konnten - diesmal zwischen Oliven-Feldern wenige Hundert Meter von einem Stausee entfernt:

Wildcamping mit dem Mercedes L 407 D

Panorama-Blick auf einen See in Spanien

Lagerfeuer am Campervan - mit Philipp und Christie

Und wieder gab's Feuer - und Brathähnchen zu essen

Unsere erste Panne - eins kommt zum anderen

Seitdem wir unseren Mercedes L 407 D Bj. 1986 gekauft haben, sind wir bereits mehrfach liegen geblieben - jedes Mal aus demselben Grund: Der Diesel-Vorfilter war dicht. Wirklich als Panne kann man das kaum bezeichnen, da der Filter-Wechsel zu den gewöhnlichen Wartungsarbeiten gehört. Den Filter wie bei uns bisher ca. alle 1.500 km austauschen zu müssen, ist aber schon ungewöhnlich - wir mitmußen noch, woran das liegen kann. Vermutlich Schmutz im Tank.

Wie auch immer, gestern geschah es zum ersten Mal unvorhergesehen: Obwohl wir den Vorfilter erst zwei Tage vorher gewechselt hatten, fing Eddie auf der Autobahn auf einmal an zu ruckeln. Die Leistung fiel drastig ab, und innerhalb weniger Minuten konnten wir nurmehr im 3. Grad auf der Geraden 40 km/h fahren. Als wir fast stehen blieben, machte ich den Motor aus und fuhr auf den Standstreifen. Vorbildlich, wie ich bin, habe ich das Warndreieck ordnungsgemäß aufgestellt und kurz darauf eine Dose Bier geöffnet. Philipp und Christie würden bald kommen, sie waren nur einige Kilometer hinter uns.

Als die beiden sich mit Ihrem 12 Jahre älteren Mercedes-Bus auf dieser leichten Steigung mit ca. 20 km/h an uns herangepirscht hatten, stieg Philipp aus, und sagte sofort: “Dann wird’s wohl diesmal der Hauptfilter sein.” Ein Blick auf den Vorfilter zeigte aber, dass dieser bereits keinen Diesel mehr durchließ, da er mit dicken Klumpen zugesetzt war. Einmal ausgepustet, und wieder rein damit. Witzigerweise war aber der Hauptfilter von Philipps Düdo fällig, weshalb er diesen gleich ersetzte. Fertig - dachten wir.

Eddie sprang ohne Probleme an, Philipps Bus wollte aber nicht so recht. Leer gefahren, kein Diesel mehr im Leitungssystem. Mehrmals probiert, und dadurch letztlich die Autobatterie leergesaugt. Als ich dann über meine Batterie Starthilfe gab, stellte sich die Frage: Wer hilft hier eigentlich wem?

Zwei Mercedes 407 Busse bei einer gleichzeitigen Panne

Panne: Unsere Oldtimer-Busse am Straßenrand

Wie auch immer, etwa 30 Mal versuchten wir, den guten alten Motor anzulassen. Ohne Erfolg. Wahrscheinlich weil gar kein Diesel nachlaufen konnte, da wir leicht bergauf standen (und Philipp nur noch etwa 5l im Tank hatte). Deshalb konnte sich Eddie das erste Mal so richtig beweisen, und den noch schwereren Mercedes 407 unserer Freunde abschleppen. Den Berg hoch - bergab konnte Philipp dann endlich seinen Motor zum Laufen bringen. Jippie! Nun die letzten 10 km bis zum Tagesziel.

Doch nach zwei Kilometern stockte Eddie wieder, nach drei Kilometern ging der Motor aus. Zum Glück gerade noch von der Autobahn runter. Diesmal wirklich der Hauptfilter. Getauscht. Diesel mit Hand nachgepumpt. Motor gestartet. Jetzt aber wirklich: Ab zum Schlafplatz!

Das Abenteuer kann weitergehen - bis zum nächsten Mal in UnserLeben!

Du hast den letzten Artikel zu unserer Reise verpasst? In UnserLeben #2 ging’s quer durch Frankreich - wo wir natürlich auch einiges erlebt haben :-)

Kommentarfunktion von Disqus
inspiritana.org untersützen