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UnserLeben #15 - Der holprige Weg nach Europa

Oder: Marokko will uns anscheinend noch länger behalten

Cindy | | Reisen · UnserLeben

Das Drama um die Ausreise aus Marokko: Autopanne, Krankheit, Bürokratie & Unwetter - keine gute Kombination. Erlebe mit uns die aufregenden letzten Tage in Marokko und die Überfahrt nach Spanien.

Kurz vor der Ausreise: Autopanne

Cale will seine letzten Nächte in Marokko unbedingt im Wald verbringt, und fährt deshalb nochmal ca. 60 Kilometer ins Land zum Stausee ‘Barrage 9 Avril’. Eigentlich will er hier wandern, die Natur genießen und mal wieder den Waldmenschen raushängen lassen. Einen wunderschönen Platz am See findet er zwar, doch noch am Abend machen ihm Schüttelfrost und Unwohlsein zu schaffen…

Unser Mercedes 407 Düdo Camper am Stausee

Stauseen sind immer toll zum Nächtigen...

Cale und Shanti am See

Die zwei Kumpels am See

Am nächsten Morgen dann: Durchfall und Magenkrämpfe. Wahrscheinlich das Tankstellenwasser – auch wenn vorher gefiltert. Anstatt den Tag auf Entdeckungstour zu verbringen, liegt er also mit Bauchschmerzen im Bett. Am Nachmittag rafft er sich trotzdem auf, noch wenige Kilometer weiter zu fahren – direkt in den wunderschönen Eukalyptus-Wald am See. Auf dem Weg dahin: das Thermometer fürs Kühlwasser auf Anschlag. Motor aus, und per Telefon Rat bei Sönke einholen. Kühlerwasser nachfüllen – tropft unten wieder raus. So kann er natürlich nicht mehr fahren…

Der kaputte Kühler unseres Mercedes Düdo

Der durchgegammelte Kühler

Also mit Warnweste am Straßenrand geparkt, mit schmerzverzerrtem Gesicht und Toilettengang aller 30 Minuten… Aber wenigstens wird schnell geholfen: Ein Hobby-Mechaniker kommt vorbei, der kurz darauf noch einen “richtigen” Mechaniker im Schlepptau hat. Mit Polyester-Spachtel wird das Leck im Kühler geklebt – danach ist wieder alles i.O. (Früher oder später muss natürlich ein neuer Kühler her, eine Dauerlösung ist das nicht.)

Noch eine letzte Nacht mitten im Wald – die Ruhe tut gut. Am nächsten Tag geht’s nach Tanger-Med zum Hafen.

Unser Mercedes 407 Düdo Camper im Eukalyptuswald

Eddie mitten im Eukalyptuswald

Kampf um den Check-in: Hafenaufenthalt von über 32 Stunden

Währenddessen hängen Sönke und ich schon 24 Stunden am Hafen fest. Wegen des Unwetters wurden alle Fähren unserer gebuchten Gesellschaft FRS am 15.03.17 abgesagt. Doch so klar formuliert das am Hafen niemand: Um 12 Uhr mittags kommen wir am Hafen an, um die 14-Uhr-Fähre zu nehmen – doch werden am Check-in immer wieder auf später vertröstet. Informationen darüber, wie es nun weitergeht, gibt es schon gar nicht. Der Parkplatz füllt sich immer mehr. Nun stehen die Autos schon in zweiter und dritter Reihe…

Wäre da nicht das Problem meines ablaufenden Aufenthalts… Ich entschließe mich dazu, das Risiko auf mich zu nehmen und nichts zu unternehmen, um keine schlafenden Hunde zu wecken. Ja, theoretisch befinde ich mich ab morgen illegal in Marokko, doch so wie ich die Behörden hier bisher kennengelernt habe, werden sie verstehen, dass ich aufgrund einer höheren Naturgewalt nicht rechtzeitig ausreisen konnte…

Am nächsten Morgen gehe ich gleich morgens um 7 Uhr an den Schalter und bekomme dort gesagt, dass wir nun aufs Schiff können. Eine Stunde später: Fehlinformation. Nur Kleinwagen dürfen auf die Fähre und keine Camper. So geht es noch bis 14 Uhr weiter. Dann wird uns offenbart, dass pro Fähre nur acht (!) Camper zugeladen werden. Inzwischen haben sich aber so viele Wohnmobile am Hafen versammelt, dass nun der erbarmungslose Kampf um die Tickets beginnt. Da haben manche Deutsche, die sich schon lautstark über ihre (vergleichsweise) kurze Wartezeit von drei Stunden aufregen, auch kein Erbarmen mit uns, die wir nun schon seit über 30 Stunden auf dem Hafen campieren.

Letztendlich bekommen wir um 18.30 Uhr als letzter Camper für die 20-Uhr-Fähre unser Ticket und können zur Polizei- und Zollkontrolle fahren. Zwar soll ich noch beim Polizeichef wegen meines abgelaufenen Aufenthalts vorsprechen, doch das ist innerhalb von 20 Minuten geregelt. Dafür müssen wir das Hafengebiet noch einmal verlassen und zur Gare Maritim fahren. Wegen eines Tages wird hier kein Aufstand gemacht. Ich bekomme meinen Ausreisestempel und schon geht es zurück zum Zoll, ab in den Scanner und dann hinauf auf die Fähre. Doch die startet letztlich erst gegen 22 Uhr und hat bei dem Wellengang ganz schön zu kämpfen.

Cale & Shanti auf dem Weg nach Europa

Wieder mit über drei Stunden Verspätung macht sich Cales Fähre Samstagmittag auf den Weg nach Spanien. Die letzten notwendigen Papiere für Shanti sind mittlerweile eingetroffen - bereit für die Grenzüberquerung. Bei der Aus- und Einreise gibt es gar keine Probleme - nach dem Hund fragt überhaupt niemand. Also bleibt Zeit für ein paar Fotos am Hafen:

Unser Mercedes 407 im Scanner am Hafen

Durchleuchtet: Unser Mercedes 407 Camper im Scanner

Unser Mercedes 407 am Hafen Tanger-Med

Warten auf die Fähre - gegen 8 Uhr am Morgen

Marokko von der Fähre aus

Ein letzter Blick auf Marokko...

Fähre: Ankunft in Algeciras, Spanien

Ankunft in Spanien - erster in der Reihe

Inzwischen ist unsere kleine Gruppe wiedervereint im Süden Spaniens – das Wiedersehen eingeleitet am All-you-can-eat-Buffet im City Wok (im Volksmund auch „Shitty Wok“ genannt) in Algeciras:

All-you-can-eat-buffet beim City Wok

Beim City Wok - (fr)essen bis zum Umfallen :3

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