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UnserLeben #13 - Fahren, basteln und erleben

Eine fahr- und arbeitsreiche Woche - mit jeder Menge zu sehen

Cale | | Reisen · UnserLeben

Die letzte Woche in Marokko bricht an, uns treibt’s jetzt in großen Schritten gen Norden. Trotzdem - oder vielleicht auch deshalb - erleben wir eine ganze Menge. UnserLeben #13.

Von Marrakesch nach Demnate

Zuletzt haben wir mit Essaouira und Marrakesch eine gute Portion Stadtleben mitgenommen - für unseren Geschmack nach vier Tagen auch wieder mehr als genug. Als wir Marrakesch Richtung Nordosten verlassen, steht daher nur ein Wunsch für die Nacht: einen ruhigen Schlafplatz. Links und rechts von der Straße nun Feld an Feld, seitdem wir den suburbanen Kreis Marrakeschs verlassen haben. Der Schlafplatz daher pragmatisch - auf einer unbewirtschafteten Wiese unweit von Demnate. Ruhig ist es, und am nächsten Morgen werden wir begrüßt von blumen-übersähten, saftig-grünen Wiesen, es summt und zwitschert überall - der Frühling hat uns eingeholt.

Biene im Frühling beim Bestäuben

Blumen am Wegesrand - der Frühling ist da

Blumen am Straßenrand - der Frühling ist da!

Das Düdo-Trio: Drei Mercedes 407er

Unser Stellplatz am Feldesrand

In Demnate muss Sönke in die Werkstatt - Auspuff kaputt. Wir nutzen die Zeit, um über den sehr authentischen - wir sind auch die einzigen Touris - und überraschend großen Wochenmarkt zu schlendern: Cindy sucht nach Gewürzen, und ich ergattere ein paar handgemachte Holzhocker mit Sitzfläche aus Sisal. Die kommen mit zu meinem kleinen Handelsrepertoire, das ich in Europa hoffentlich gut vertauschen oder verkaufen kann. Da sich so unser Düdo immer mehr füllt und langsam überzuquellen droht, muss nun endlich der Dachgepäckträger her, den ich mir seit Monaten wünsche. Das Interessanteste, aber auch Unangenehmste an diesem Souk ist der große Fleischereibereich: Die einfachen Holzstände mit einst weißen, nun gräulich-braunen Baumwolllaken vor der Sonne geschützt - in Rauchschwaden der zahlreichen Grillstände gehüllt - sind umgeben mit stinkenden Fleischabfällen, die die Metzger einfach auf den Boden werfen. Abgesehen von der westlichen Kleidung einiger Besucher und Händler fühle ich mich hier ins Mittelalter zurückversetzt.

Fleischer auf dem marokkanischen Souk in Demnate

Fleischverkaufsstände - es stinkt, es ist heiß und Rauch steht in der Luft

Souk in Demnate: Stände mit Plastikartikeln

Auch das gehört zum marokkanischen Souk: Plastikkram made in China

Philipp und ich nutzen also die letzten uns gemeinsam verbleibenden Tage, um zusammen nach einem Schweißerteam für das Dachträger-Projekt zu suchen. Hier in Demnate bleiben wir vorerst erfolglos, aber letztlich sollen wir doch noch die Krone für unseren Düdo Eddie bekommen - in Khemisset. Die ganze Story zur neuen Dachterasse gibt’s in einem Extra-Artikel zu lesen.

Aber weiter im Text: Wer in Demnate ist, muss die Naturbrücke etwa zwei Kilometer abseits der Stadt gesehen haben. Olli spielt mal wieder Taxi und fährt uns mit seiner roten Ex-Feuerwehr zu Imi-n-Ifri, dem gigantischen Felsbogen, den wir zu Fuß erkunden können:

Imi-n-Ifri - die Naturbrücke bei Demnate

Ein gigantischer, natürlich geformter Felsbogen

Der natürlich geformte Felsbogen bei Demnate

Geschätzt 50 Meter hoch, ist es beeindruckend, unter der Naturbrücke zu stehen

Große Schritte Richtung Spanien - weiter nach Khemisset

Die nächsten zwei Tage steht vor allem eins auf dem Plan: fahren, fahren, fahren. Wir wollen so schnell wie möglich nach Khemisset, um mit Philipps raschen Reisetempo mitzuhalten. Die Wasserfälle von Ouzoud lassen wir uns trotzdem nicht entgehen, und bauen den dreistündigen Zwischenstopp als entspannte Mittagspause mit ein.

Die Wasserfälle von Ouzoud

Die höchsten Wasserfälle Marokkos - bei Ouzoud

Am Abend verbringen wir die Nacht in der Nähe von Beni-Mellal. Dieser Tage werden wir mal wieder mit traumhaften Sonnenuntergängen verwöhnt:

Sonnenuntergang in Marokko

Die letzten 250 Kilometer gehen überraschend flott von der Hand - da überwiegend gute Straßen und bis auf kurze Abschnitte durch und durch flach. Am Nachmittag erreichen wir Khemisset. Philipp und ich werden die nächsten drei Tage fast ausschließlich für das Dachträger-Projekt aufopfern, während wir die Nächte am Barrage (Stausee) D’El Kansera verbringen, wo der Rest der Crew tagsüber in der Sonne brutzeln und baden gehen kann.

Jeden Tag 40 Kilometer hin und zurück zu fahren, um die Schweißarbeiten zu betreuen, nervt zwar - aber das nehmen wir gerne in Kauf, um zumindest die Abend- und Morgenstunden in dieser atemberaubenden Gegend verbringen zu können.

Der Stausee bei Khemisset, Marokko

Der Barrage D'El Kansera bei Khemisset

Der Stellplatz für unsere vier Camper

Unser Stellplatz am Fuße dieses interessant geformten Hügels

Cale und Shanti nass

Beim Morgenspazierung durch kniehohes, nasses Gras...

Barrage D'El Kansera bei Khemisset, Marokko

Vom Lager aus - der Blick auf den Stausee in den Abendstunden

Abschiednehmen am Strand - klingt irgendwie melancholisch

Als dann endlich der neue Dachgepäckträger auf unserem Camper ist, bin ich platt von den arbeits- und fahrreichen Tage der letzten Woche. Dennoch überzeugen mich die Jungs, am nächsten Tag schon wieder über 200 Kilometer zu fahren - an die Küste nach Larache. Philipp hat’s mittlerweile eilig, er muss in zwei Wochen in Berlin sein - daher die großen Etappen. Einen letzten gemeinsamen Abend wollen wir noch genießen, bevor er am nächsten Morgen weiterzieht.

Cindy und Cale auf dem Mercedes 407 Eddie

Entspannt am Strand - auf dem neuen Dachgepäckträger

Unmittelbar gegenüber der Stadt, aber 10 Kilometer über Landweg entfernt, können wir auf einem kleinen Parkplatz direkt am Strand übernachten. Eine Nacht soll 1 Euro pro Fahrzeug kosten, aber schnell habe ich ausgehandelt, dass es stattdessen eine Dose für unbegrenzt viele Nächte gibt… Macht vieles einfacher, endlich wieder richtig mit den Leuten plaudern zu können: Da einst zu Spanien gehörend, sprechen in Larache die meisten Leute gut Spanisch.

Den Abend genießen wir bei leckerem Schmaus gemütlich am Lagerfeuer. Der Abschied von Philipp, der uns immerhin fast vier Monate begleitet hat, gibt Anlass, die zusammen gemachten Erfahrungen Revue passieren zu lassen - aber auch über das nächste Treffen in Deutschland zu quatschen. Gewiss war das nicht die letzte gemeinsame Reiseerfahrung.

Sonnenuntergang am Strand bei Larache

So dürfen der Abend und die letzten recht stressigen Tage ausklingen - und allmählich dem alles erleuchtenden Vollmondschein, der frischen Brise des Meeres und dem Rauschen der tosenden Wellen weichen…

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