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UnserLeben #11 - Heiße Quellen, Tafraoute & zurück zur Küste

Von einem traumhaften Platz zum nächsten :-)

Cale | | UnserLeben · Reisen

Dieses Mal nehmen wir dich mit zu einem natürlichen Thermalbad mitten im Nirgendwo, bevor wir über Tafraoute wieder zurück an die Küste fahren. Es gibt einiges zu erleben - also los geht’s!

Die heißen Quellen bei Guelmim

Das letzte heiße Naturbad ist schon wieder eine ganze Weile her: Vor etwa drei Monaten noch in Spanien, besuchten wir die heißen Quellen bei Santa Fe.

Mittlerweile im tiefen Süden Marokkos angekommen, möchten wir uns die Natur-Therme bei Fask, in der Nähe von Guelmim, auf keinen Fall entgehen lassen. Zirka 10 Kilometer holprig-schlammige Piste müssen wir dazu fahren - dafür ist dann an der Quelle aber auch deutlich weniger los als in Santa Fe: Neben unserer Gruppe steht zunächst nur ein einziger Camper an der Oase der Wüste.

Cindy und Sönke in der heißen Quelle bei Fask, Guelmim

Cindy & Sönke ganz entspannt - in 40 Grad warmen Wasser

Die nächsten Tage folgen noch ein Brite im Land Rover sowie eine ganze Gruppe alternativer Franzosen, die mit Ihren Soundanlagen das stille Örtchen für zwei Tage zur Techno-Meile machen. Davon abgesehen ist es hier aber optimal, mal ein paar Tage voll auszuspannen.

Der Blick von der Quelle auf unser Camper-Lager

Der Blick von der Quelle auf unser Camper-Lager

Das Wasserbecken an sich ist recht klein und vor allem ziemlich flach, das sprudelnde Thermenwasser dafür mit 40 Grad und nur sehr leichtem Schwefelgeruch ein echter Luxus. Tagsüber ist’s sowieso warm genug, aber am Morgen und nach Sonnenuntergang ist das Bad in der Therme eine willkommene Abwechslung.

Cale & Shanti beim Mittagsschläfchen in der Sonne

Cale & Shanti beim Mittagsschläfchen in der Sonne

Da die Tage warm und die Nächte angenehm mild sind, die Luftfeuchtigkeit zudem nicht zu hoch ist, entscheiden wir uns spontan, hier endlich die geplanten Lackierarbeiten am Bus vorzunehmen. Über den dreitägigen Arbeitsmarathon und das Ergebnis haben wir bereits in einem gesonderten Artikel berichtet. Die Tage sind anstrengend, aber lohnenswert - und am Abend können wir uns zumindest gründlich in der Therme abwaschen und erholen.

Cindy in der Natur-Therme Guelmim

Als wir mit dem Bus fertig sind, fahren wir gemeinsam mit Sönke der restlichen Gruppe hinterher, die bereits vor zwei Tagen gen Tafraoute aufgebrochen sind.

Mal wieder ab ins Kalte - nach Tafraoute in die Berge

Unser Reisebegleiter und -führer Philipp hat uns die letzten Wochen immer wieder von der Gegend um Tafraoute vorgeschämt, die seiner Meinung nach die schönste ganz Marokkos sei. Daher beschließen wir, uns das Ganze mal anzuschauen - obwohl uns der Gedanke an kalte Nächte schon jetzt wieder friert, denn Tafraoute liegt auf über 1.000 Metern.

Zwei Düdo 407 als Camper

Jetzt im Partner-Look: Eddie und der Hausmeisterwagen

Auf dem Weg in die Berge werden wir von dunklen Regenwolken eingeschlossen. Mit jeder Serpentine nach oben wird’s im Auto spürbar kühler, und der frische Lack muss mit dem bald folgenden Starkregen bereits zum ersten Mal einen Härtetest durchstehen - zum Glück erfolgreich.

Auf dem Weg nach Tafraoute: Straße in Marokko

Auf dem Weg nach Tafraoute: Berge in Marokko

In Tafraoute angekommen, ist der Himmel zumindest etwas aufgezogen. Die Sonne kommt zwar kaum durch, aber immerhin ist es trocken - vorerst. In der Nacht und am folgenden Tag wird es noch so viel regnen, dass die sonst so trockenen Oueds zu richtigen Flüssen werden - ein seltenes Bild in dieser Gegend. Die Einheimischen fotografieren und filmen die Schlammbrühe wie verrückt.

Tafraoute: Das Oued trägt Wasser

Das sonst so trockene Flussbett wird ausgespült

Der Ort selbst ist wenig sehenswert, die bergige Gegend ringsherum dafür umso schöner. Am Ortsrand stehen schätzungsweise 200 Camper, vorrangig Luxus-Camper in weißen Wohnmobilen. Wir fahren noch etwas weiter raus, etwa vier Kilometer bis zu den berühmten “Blue Rocks“: Ein paar der gigantischen Felsen hier hat man blau angemalt. Zugegeben, eine ziemliche Geldverschwendung, aber hübsch sieht’s aus.

Blue Rocks bei Tafraoute

Einige der blauen Steine bei Tafraoute

Ein blühender Mandelbaum in Marokko, Tafraoute

Die Mandelbäume blühen bereits prächtig

Tafraoute - Landschaft

Cineastische Landschaften direkt vor der (Bus-)Türe

Ich habe noch nie einen Wildcamping-Platz gesehen, der so perfekt für Buscamper ist: Eine weite ebene Fläche, mit allerhand kleinen befahrbaren Pfaden zwischen den (angepflanzten?) Bäumchen. Wirklich traumhaft. Unsere Freunde stehen hier bereits seit zwei Nächten, und haben es sich häuslich eingerichtet. Wir stellen uns dazu.

Tafraoute, Blue Rocks: Unser Stellplatz für die Camper

Suchbild: Finde die Camper-Gruppe

Eine Höhle in Tafraoute bei den blauen Steinen

Wunderschöne Höhlen wie diese gibt's hier viele

Leider verheißt uns das Wetter die zwei Tage, die wir hier sind, wenig Gutes: Fast durchgehend regnet es, die Sonne kommt nur selten durch. Von daher bleibt es wieder einmal bei kürzeren Spaziergängen. Schade, denn diese Gegend hätte ich gerne ausführlicher genossen. Am dritten Tag, als das Wetter endlich besser wird, müssen wir aber leider weiter - mal wieder zum Tierarzt nach Agadir, zur zweiten Tollwut-Impfung. Sönke und Olli schließen sich uns an - ihnen sind die Nächte hier in den Bergen schlichtweg zu kalt.

So wird uns Tafraoute als der Ort in Erinnerung bleiben, an dem sich unsere Gruppe getrennt hat: Mike und Lily haben genug von Marokko, und fahren von hier ab alleine im Eiltempo gen Spanien. Christie wird die nächsten Tage von Agadir zurück nach Berlin, und von dort aus weiter in die USA fliegen, um ihre Familie zu besuchen. Einzigartige Erfahrungen haben wir zusammen gemacht - aber es wird auch wieder Zeit für Veränderung.

Zurück an die Küste - nach Agadir und zum Paradise Valley

Die direkte Strecke von Tafraoute nach Agadir entpuppt sich als mindestens so sehenswert wie Tafraoute selbst: Grün bewachsene, teilweise bewirtschaftete Hügel inzwischen gigantischer Schluchten, mit traditionellen charmvollen Dörfern und vereinzelten Burgen. Gerne würden wir aller fünf Kilometer anhalten und das Ganze im Detail betrachten - aber wir haben es leider eilig, um es pünktlich zum Arzttermin zu schaffen. Deshalb fahren wir zügig durch die traumhaft-verwunschene Gegend, die mich irgendwie an Nepal erinnert.

Eine Burge im marokkanischen Land

Marokko: Dorf in den Bergen

Ein kleines Dörfchen in der bergigen Gegend um Tafraoute

Wunderschöne Landschaften in Marokko

So rasant über die Serpentinenstraße ins Flachland zu fahren, verträgt der kleine Shanti nicht so gut: Sein Frühstück von heute Morgen landet während der Fahrt auf unserem Fußabstreicher. Der arme Kerl hängt danach ganz schön durch.

Letztlich kommen wir mit 15 Minuten Verspätung beim Arzt an - für marokkanische Verhältnisse also überpünktlich. Der kleine Racker bekommt seine zweite Spritze, was er diesmal schon fast wie ein Profi mitmacht.

Im Anschluss verlassen wir total erschöpft von der ganzen Fahrerei und dem Stadtchaos Agadir gen Norden, und fahren bis Aourir. Ein paar Snacks, bevor wir uns einen gemütlichen Schlafplatz etwas außerhalb des kleinen Örtchens suchen. Das Highlight hier: Dromedare direkt auf der anderen Seite des Oueds. Ein beeindruckendes Spektakel, diese vorzeitlich anmutenden Tiere von den stacheligen Argan-Bäumen fressen zu sehen. In der Nacht klingt’s vor lauter Röhren fast wie in Jurassic Park - auch mal was anderes.

Dromedare, die von Argan-Bäumen fressen

Zwei Nächte verbringen wir hier, bevor wir weiter zum Paradise Valley fahren. Die Straße führt direkt bis an das dicht bewachsene tiefe Tal heran - von hier aus geht ein Wanderweg weiter. Da wir zum Wochenende hier sind, ist der Parkplatz übervoll. Aufgrund von Platzmangel können wir mit den Campern auch nicht übernachten. Also geht’s weiter durch die bergige Landschaft. Schöne Szenerie, freundliche Leute - aber die sehr kurvige Strecke wieder recht anstrengend. Für 130 Kilometer brauchen wir letztlich vier Stunden, bevor wir kurz vor Sonnenuntergang unser Lager direkt an einer Stausee-Mauer aufschlagen.

Paradise Valley in Marokko

Das Paradise Valley bei Agadir

Serpentinen-Straße in Marokko

Serpentinen durch wundervolle Landschaften

Cale meditiert zum Sonnenuntergang

Meditation am Flussbett zum Sonnenuntergang

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