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UnserLeben #10 - Südlicher wird's nicht!

Wir erreichen den südlichsten Punkt der Reise - Plage Blanche

Cale | | Reisen · UnserLeben

Immer noch an der marokkanischen Atlantikküste unterwegs, bahnen wir unseren Weg zum südlichsten Punkt unserer Reise: Plage Blanche. Dort wollen wir Vollmondparty feiern, bevor es wieder ins Inland geht.

Es geht nicht weiter - dann bleiben wir eben hier!

Von Sidi Ifni aus folgen wir zunächst der kleinen Asphaltstraße der Küste entlang. Obwohl in den letzten Tagen auf den wenigsten Straßen viel Verkehr war, wundern wir uns hier schon etwas: In zwei Stunden passiert uns gerade einmal ein einziges Auto. Die Mittagspause verbringen wir also entspannt auf der Straße - stört ja keinen.

Nach etwa 60 Kilometern wird klar, wieso die Straße so wenig genutzt wird: Kurz nach einer Flussbett-Querung geht die geteerte Spur in eine zerklüftete und vom Regen ausgespülte Offroad-Piste über. Wir überlegen eine Weile und schauen uns den Streckenverlauf an - selbst für einen Allrad wäre das ein Abenteuer, aber für uns definitiv unmachbar. Deshalb biegen wir an dieser Stelle zum Strand ab, ins kleine Örtchen Foum Assaka. Über die Tage kommen hier ab und zu Camper vorbei, denen es genauso wie uns ergeht. In dem behaglichen Dörfchen heißt man uns herzlich willkommen, wir parken direkt am Strand vor einem kleinen familiären Cafe-Restaurant, das hauptsächlich von gestrandeten Leuten wie uns lebt. Hier werden wir in den nächsten Tagen Berber-Omlett und Tajine speisen.

Tajine im Restaurant in Marokko

Tajine im Strand-'Restaurant'

Da es am Strand praktisch unbegrenzt Treibholz gibt, vergnügen wir uns die drei Nächte hier am Lagerfeuer. Olli, der Neuzugang unserer Gruppe, hat sich mittlerweile einwandfrei in unsere kleine Gang eingegliedert, und ergänzt mit seiner sympathisch-ruhigen Art die Runde optimal.

Gemütliche Lagerfeuerrunde am Strand

Gemütliche Lagerfeuerrunde am Strand

Der kleine Shanti lernt Blödsinn

Wie an den allermeisten Orten in Marokko gibt’s auch hier am Strand eine Menge wilder Hunde. Ein noch recht junger Rüde gesellt sich bereits am ersten Abend mit zu uns, und verbringt die nächsten Tage immerzu in der Nähe unseres Lagers. Anscheinend hat er sich in den kleinen Shanti verguckt - die beiden spielen super miteinander.

Shanti und ein fremder Hund am Strand

Shanti und sein Spielkamerade

Zuerst eine Freude für uns, wird der Kontakt zu den Straßenhunden sich aber noch rächen: Einmal nicht aufgepasst, ist Shanti plötzlich mit einem der Junghunde verschwunden. Zehn Minuten später finde ich die beiden gemeinsam herumstromern. Die kurze Zeit hat offenbar schon gereicht, um den bisher so anhänglichen und lieben Shanti zu verziehen: Er hat das intelligente Verhalten der Hunde hier adoptiert, und fängt an, meine Leckerlis im Sand zu vergraben. Außerdem ist er nun dickköpfig und hört nur noch schlecht. Drei Tage soll es mich kosten, bis er wieder besser gehorcht und sich benimmt. Ich habe daraus gelernt, und passe nun besser auf ihn auf - zur Not auch mit Leine.

Unser Hundewelpe an der Leine

Der süße Racker - jetzt auch mit Leine :b

Yoga-Videodreh am Strand bei Sonnenuntergang

Videodreh zum Sonnenuntergang (du darfst gespannt sein!)

Abstecher nach Guelmim - Souk & andere Besorgungen

Da der kürzeste Weg zum 40 Kilometer langen Plage Blanche wie gesagt nicht befahrbar ist, müssen wir einen Umweg über Guelmim nehmen. Wir timen es so, dass wir am Freitagabend in der Stadt ankommen, sodass wir zum Wochenmarkt am Samstagmorgen direkt vor Ort sind. Am Abend noch Snack-Night, bevor wir die Nacht vor den Toren des Souks verbringen. Es wird eine kurze Nacht.

Wasservorräte aufstocken - am öffentlichen Hahn in Guelmim

Wasservorräte aufstocken - am öffentlichen Hahn in Guelmim

Am nächsten Morgen ist - wie erwartet - ab ca. 5 Uhr Tummult auf dem Platz um uns herum, gegen 7 Uhr werden wir durch heftiges Klopfen an der Tür geweckt: Wir stehen auf dem falschen Parkplatz, und müssen umparken. Philipp, der Frühaufsteher der Gruppe, freut sich - alle anderen hingegen schleppen sich übermüdet über den Markt. Unsere Einkäufe erledigen wir natürlich trotzdem: Obst, Gemüse und zwei Liter Amlou, unser neuer Lieblingsaufstrich - bestehend aus Arganöl, Honig sowie Erdnüssen und/oder Mandeln.

Danach geht’s zügig weiter - denn heute steht noch einiges an: Vollmond- und Geburtstagparty für Mike.

Plage Blanche - der längste Strand Marokkos

Zum Plage Blanche mit dem Camper

Ankunft am Plage Blanche

Eine Stunde später am Plage Blanche angekommen, müssen wir unseren Plan verwerfen, am Abend Pizza auf dem Feuer zu backen - der starke Wind bläst uns wie wild den Sand um die Ohren. Unwetter bahnt sich an.

Camper-Hochburg am Plage Blanche

Das Lager - Schutzkreis vor dem Wind

Vom Feiern soll uns das aber nicht abhalten. Die Mädels zaubern innerhalb von drei Stunden einen wahren Festschmaus mit Cookies und Kuchen zum Dessert. Zusammen mit allerhand Bier und Wein lassen wir es uns schmecken und haben einen spaßigen ausgelassenen Abend.

Selbst kochen im Camper: 5-Sterne-Buffet

Das 5-Sterne-Buffet zur Vollmondparty 8)

Wie ein Schiff auf offener See schaukelt unser Bus, als wir am Morgen aufwachen. Der Wind ist noch stärker geworden, und der gestern noch so feste Untergrund am Lager ist mittlerweile zum rutschigen Schlammfest geworden.

Regenwetter am Plage Blanche

Mieses Wetter am Strand :<

Schlamm zwischen den Camper-Bussen

Nicht gerade das optimale Strandwetter - also verkriechen wir uns in die Busse, und verbringen die meiste Zeit am Computer. Ich nutze die Chance, um angestaute Mails zu beantworten und am Blog zu arbeiten: Zum einen gibt’s nun einen Newsletter, zu dem du dich in der rechten Seitenspalte anmelden kannst. Hier werde ich in Zukunft über neue Blog-Artikel informieren und auch einige exklusive Infos verteilen. Außerdem habe ich die Website auf einen anderen Server umgezogen, was die Ladezeiten deutlich verbessern sollte.

Aufgrund des Wetters nutzen wir also den gigantischen Strand kaum aus. Es bleibt bei ein paar kleinen Spaziergängen.

Dünen bis ans Meer - der endlose Plage Blanche

Der endlose Plage Blanche - Dünen bis ans Meer

Der größte Fluss Marokkos - mündet am Plage Blanche

Der größte Fluss Marokkos - mündet am Plage Blanche

Erst am Tag der Abreise zieht es sich wieder auf. Wir fahren trotzdem von unserem südlichsten Punkt dieser Reise ab, denn auch unser nächstes Ziel klingt äußerst vielversprechend: eine heiße Quelle mitten im Nirgendwo. Wir sind gespannt! :)

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