Alleine auf Reisen - so hat mich die Zeit geprägt Thumbnail

Alleine auf Reisen - so hat mich die Zeit geprägt

Als junge Frau alleine mit dem Backpack unterwegs

Cindy | | Reisen · Ideen

Diesen Blog-Eintrag möchte ich dazu nutzen, um dich ein bisschen darüber aufzuklären, was bei mir die letzten Wochen abging, wie es dazu kam, dass ich von Nord-Spanien aus allein weiter gereist bin und was diese wichtige Erfahrung mit mir angestellt hat. Dabei möchte ich betonen, dass das allein meine Ansichten sind, die von niemand anderem geteilt werden müssen, trotzdem empfinde ich es als ein wichtiges Thema, das ich gerne mit dir teile :-)

Weg vom Bus: Los geht’s mit Rucksack und Zelt nach Teneriffa – so kam’s dazu

Schon während wir in Spanien und Marokko unterwegs waren, merkten wir, dass wir uns gegenseitig immer mehr von dem abhielten, was wir wirklich machen wollten. Immer wieder stellte ich mir die Frage, ob ich wirklich glücklich bin, hätte so gerne mit „Ja!“ darauf geantwortet, doch konnte dies leider nicht. Und Cale ging es im Endeffekt genauso.
Als wir also nach der Zeit in Portugal entschieden, getrennte Wege zu gehen – so schwer uns das auch nach über fünf Jahren Beziehung fiel – fasste ich endlich den Mut, alleine weiterzureisen und endlich mal das zu tun, worauf ich am meisten Lust hatte.

Ich überwinde meine Scheu und gehe endlich meinen Weg

Also überwand ich meine Schüchternheit und schrieb eine Email an Catherine und Denis von „Veganfeeling“. Über YouTube hatte ich von ihrem Rohkost-Retreat auf Teneriffa (Trailer) erfahren und war durch dessen ganzheitliche Ausrichtung (rohvegane Ernährung, Yoga, Meditation, Selbstliebe-Workshops) gleich davon überzeugt, dass das ein unterstützenswertes Projekt ist. Ich bot ihnen an, spontan nach Teneriffa zu kommen, um ihnen bei den Vorbereitungen und auch während des Retreats unterstützend zur Seite zu stehen. Sie freuten sich sehr über meine Nachricht und als ich dann noch meinte, dass ich einfach mit Zelt kommen könne und keine Unterkunft bräuchte, nahmen sie das Angebot dankend an. Das zeigte mir, dass ich noch viel mehr auf Leute zugehen und die Initiative ergreifen sollte, um einfach mal was zu wagen – alles andere kommt dann ganz von selbst :-)
Dieses Event hatte mich während dieser emotionalen Phase gleich richtig aufgefangen und einen großen Wandel in meinem Leben eingeläutet.

Veränderte Eigenwahrnehmung durch Komplettpaket im Retreat

Während des Retreats gab es unheimlich viel zu tun. Zusammen mit Felix unterstützte ich Catherine und Denis in der Küche und bei allem Drumherum, was sonst noch so anfiel. Smoothies, rohveganes Sushi, Pizza, Flammkuchen, Wraps und so viele Leckereien mehr wurden währenddessen zubereitet.

Blick auf den Ozean

Bei so einem Ausblick kann es einem nur gut gehen

Wraps aus Banane auf Teller angerichtet

Leckere rohvegane Bananenwraps mit Erdbeersoße

Gläser mit Chiapudding gefüllt

Chiapudding und Smoothie zum Frühstück

Rohvegane Torte im Snickers-Stil

Der Oberkracher: Rohvegane Snickers-Torte

Außerdem gab es jeden Morgen Kundalini-Yoga, verschiedene Meditationen, Ausflüge zum Teide und zum Strand, Rohkost-Workshops – ach wir haben so viel erlebt in dieser Zeit – und jeder hat von jedem gelernt. Es war eine unglaublich schöne, intensive Zeit, die in jedem Teilnehmer, aber auch in mir selbst als Helfer so viel bewegt hat.

Menschengruppe am Strand

Die Retreat-Gang am Strand

Blick auf die Wolkendecke

Über den Wolken: Ausflug zum Teide (Vulkan)

Leckereien auf einem Tisch

Rohveganer Käse und Süßkartoffel-Sushi

Papaya dekoriert mit Minze und Himbeeren

Täglich Papaya zum Frühstück – ein Traum

Allein die Ernährungsumstellung auf Rohkost hatte bei mir schon einen so positiven Effekt, dann dazu noch täglich Yoga und Meditation, was mir noch mehr Energie lieferte … Plus die drei Selbstliebe-Workshops, die sich perfekt ergänzt hatten, ließen uns an unseren Selbstwertgefühlen arbeiten und trugen ihren Teil dazu bei, dass wir alle noch viel strahlender und glücklicher als vorher und mit einzigartigen Erfahrungen aus dem Retreat nach Hause gingen – mit ganz viel Dankbarkeit in uns.

Noch mehr Inspiration auf meinem Weg der Selbstfindung

In der Zeit nach dem Retreat konnte ich bei Sandhya und Benni in Santa Ursula unterkommen, und hatte auch da noch einmal eine mega inspirierende Zeit – nicht zuletzt dadurch, dass Sandy und ich uns gleich so gut verstanden als würden wir uns schon Ewigkeiten kennen. Die beiden sind mit ihren zwei unheimlich süßen Kids auf Weltreise unterwegs, folgen klar ihren Bestimmungen und sind nebenbei durch ihren YouTube-Kanal „LifewithSandyandBenni“ bekannt. In Sandhya habe ich eine besondere (Yoga-)Freundin auf gleicher Wellenlänge gefunden, mit der es mir leicht gefallen ist, positiv zu bleiben und mehr Vertrauen in das zu bekommen, was ich tue.

2 Frauen machen Yoga auf Terrasse bei Sonnenuntergang

Partner-Yoga bei Sonnenuntergang mit Sandy

Wie es das Schicksal so möchte, bin ich durch die beiden dann in Kontakt mit Michael und Yasmin getreten. Seit letztem Jahr errichten sie ein ökologisches Zentrum auf der Finca Luz Serena in Bajamar auf, das dem Nachhaltigkeitsprinzip folgend, mithilfe von Permakultur aufgeforstet und der lehmige Boden fruchtbar gemacht wird. So soll der Grundstein für ein Öko-Dorf gelegt werden. An der Seite von vier weiteren Volunteer-Workern durfte ich dort helfen, Bewässerungsanlagen zu verlegen, zu mulchen, zu wässern, einen Hühnerstall zu bauen, zu kochen und was sonst noch alles in einer solchen Gemeinschaft anfällt. Die Aufgaben waren unglaublich abwechslungs- und vor allem lehrreich.
Yogaplattform

Yogaplattform für die tägliche morgendliche Yogapraxis

Outdoor-Dusche aus Glasflaschen gebaut

Selbstgebaute Duschanlage aus bunten Flaschen

Palmenhütte in Öko-Community

Gemütliche Palmenhütte

Schon so lange hatte ich Lust gehabt, in einem Ökodorf mitzuarbeiten, da ich mir auch selbst vorstellen kann, später einen so nachhaltigen Ort zu erschaffen. Umso interessanter war es, zu sehen, was alles bedacht werden muss – da weiß man es gleich viel mehr zu würdigen, wie viel Schweiß und Herzblut Michael und Yasmin in das Öko-Projekt stecken…
Riesige Welle trifft auf Strand

Strand von Bajamar– 5 Minuten zu Fuß von Luz Serena entfernt

Was hat mir das Reisen allein gebracht?

  1. Mehr (Selbst-)Bewusstsein durch Eigenverantwortung Auch wenn es erstmal nur zweieinhalb Monate waren, die ich „allein“ unterwegs war, bin ich in der Zeit schon unheimlich an mir selbst gewachsen – das hatte ich vorher nicht erwartet. Schon alleine das Gefühl, nun ganz selbst verantwortlich für sein Leben zu sein, hat mir zu mehr Selbstbewusstsein verholfen. Ich habe einfach gesehen: Ich kann das! Vorher habe ich bestimmte Aufgaben immer auf Cale abgewälzt, da ich zum Beispiel meist zu schüchtern war, um auf fremde Personen zuzugehen, geschweige denn das noch in einem mir unbekannten Land zu tun… Doch auf sich allein gestellt, entwickelt man Fähigkeiten, die man selbst über Jahre hinweg ganz tief in sich vergraben hat. Ich glaube, schon allein dieser Punkt reicht, um als Frau einfach mal allein unterwegs zu sein und seine Kraft zu finden :-)
  2. Selbstliebe-Paket als Grundvoraussetzung Mit meinen nun „neu entdeckten“ Fähigkeiten fiel es mir plötzlich viel leichter, auch Positives an mir selbst zu sehen und auszusprechen. Vorher kamen mir immer nur die negativen Dinge und Eigenschaften in den Sinn. Vor allem Yoga, Meditation und Sport haben in den ersten Tagen den positiven Wandel in mir noch verstärkt.
    Da kamen dann die Selbstliebe-Workshops im Retreat auf Teneriffa wie gerufen. Durch diese habe ich erst richtig verinnerlicht, wie wichtig es für uns Frauen ist, in unserer Mitte zu sein – also das heißt für mich, mit sich selbst im Reinen zu sein. Bewusst zu reflektieren, Dankbarkeit und Anerkennung für die positiven Eigenschaften zu empfinden und sich auch wirklich innerlich dafür zu schätzen und jeder Zelle in unserem Organismus zu signalisieren: Danke, dass du ein Teil von mir bist! Und natürlich werden auch die negativen Stimmen gehört, mit denen dann ganz bewusst gearbeitet werden kann.
    Mir ist außerdem bewusst geworden, wie wichtig Selbstliebe für unsere Gesundheit ist. Wenn ich mir selbst mit Zufriedenheit und positiven Gedanken gegenübertrete, ist die Resonanz meines Körpers auch dementsprechend. Genauso lässt sich auch unsere Stimmung künstlich heben, indem wir uns immer wieder daran erinnern, zu lächeln! Unsere Mundwinkel zu einem breiten Grinsen zu formen, wirkt sich nicht nur auf uns selbst sondern auch auf unsere Umwelt aus – die sicherlich erstmal irritiert ist, doch danach gilt: Was wir an unsere Umwelt aussenden, kommt auch gespiegelt zu uns zurück.
  3. Die Kraft unserer Gedanken ist nicht zu unterschätzen Noch dazu habe ich erkannt, dass mein Un(ter)bewusstsein immer noch ziemlich stark ist. Also habe ich begonnen, mehr auf die innere Stimme zu hören, die sich ab und zu zu Wort meldet – auch bekannt als Intuition. Oftmals hat sich das, was mir dabei in den Sinn kam, später als richtig herausgestellt, ich hatte dem aber keine Beachtung geschenkt.
    Außerdem versuche ich, meine Gedanken besser zu ordnen und zusammen mit meinen Zielen möglichst genau zu formulieren und schriftlich festzuhalten. So verfestigt sich ein Bild von dem, was ich erreichen möchte, in meinem Kopf und ich kann meine Handlungen danach abstimmen. Was meine Ziele noch in diesem Jahr sind, das könnt ihr in unserem gegenseitigen Kurz-Interview lesen. Insgesamt bin ich unglaublich froh, über meinen Schatten gesprungen zu sein und somit die wohl bisher schönste Zeit meines Lebens erlebt zu haben :-)
Kommentarfunktion von Disqus
inspiritana.org untersützen