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Jung', wie verdienst du denn Geld? - Klartext zu Finanzen

Ausgaben, Einnahmen - und wieso ich mir keine Sorgen mache

Cale | | ÜberUns · Ideen

Wenn ich mich über meinen Lebensstil und die Reisen unterhalte, ist eine Frage fast immer dabei: “Junge, wie verdienst du denn Geld?”, oder auch “Wovon willst du denn mal leben, mei’ Gung?”. Anscheinend ist das Thema Finanzen für viele sehr interessant, deshalb heute ein kleiner Einblick in meinen finanziellen Haushalt.

Geld verdienen auf Reisen - eigentlich nicht so schwer

Ein leidiges, aber interessantes Thema: Geld

Mein Motto in puncto Finanzen: Geld sparen statt verdienen

Wer schon länger auf inspiritana.org mitliest, der weiß bereits: Ich bin ein echter Sparfuchs. Lieber tausche ich, verwende wieder, repariere oder verzichte, als mir Neues zu kaufen.

In der “Ohne Geld”-Serie habe ich bereits viele meiner Spartricks ausgeplaudert: Für Nahrung gebe ich i.d.R. sehr wenig bis gar nichts aus, da ich Essen und Trinken fast immer for free bekomme. Hauptanlaufstelle: Müll-Container.

Übernachtungen sind für mich gar keine Ausgabestelle. Ich schlafe entweder im Zelt oder schlichtweg auf dem Boden in der Natur, oder natürlich im Bus, wenn ich mit Camper unterwegs bin. Campingplätze besuche ich nie, und Hostels nur extrem selten, wenn ich mich auskurieren muss. Auch zum Thema kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten habe ich bereits einen Guide geschrieben.

Wenn ich mit dem Backpack unterwegs bin, reise ich auch kostenlos von A nach B - mit Daume oder Pappschild bewaffnet, am Straßenrand wartend. Reise ich mit dem Bus, brauche ich natürlich Sprit. Hier spare ich (enorm), indem ich kostenloses benutztes Frittieröl recycle - zumindest in den südlichen Ländern, wo es davon allerhand gibt.

Und auch bei allen weiteren Ausgaben spare ich tatsächlich, wo es nur geht: Kleidung kaufe ich nie, davon hat sowieso jeder im Überfluss. Eine Krankenversicherung habe ich beispielsweise gar nicht, und Reparaturen am Auto mache ich entweder selbst oder mit der Hilfe von Freunden. Man muss sich eben zu wissen helfen.

Teilweise finde ich über Work-Exchange-Netzwerke auch Projekte, die ich als Volunteer unterstützen kann - und dafür Kost und Logie gestellt bekomme. Zuletzt habe ich drei Wochen in einem Yoga-Center gearbeitet.

Trotz aller Sparmaßnahmen brauche ich natürlich trotzdem etwas Geld: Als Backpacker belaufen sich meine durchschnittlichen monatlichen Kosten auf etwa 100 Euro, mit dem Bus sind es etwa 250 - 350 Euro (je nachdem, wie viel ich fahre). Wie ich dieses Geld zusammenbekomme, möchte ich im nachfolgenden Absatz verraten.

So verdiene ich mein Geld - vom Journalist zum Teppichhändler

  • Grundlegend versuche ich, mir möglichst viele finanzielle Standbeine aufzubauen, damit ich nicht aufgeschmissen bin, falls einmal eins oder mehrere wegfallen.
  • Meine Haupteinnahmequelle ist meine freiberufliche Arbeit als Autor und Lektor für ein großes deutsches Technik-Magazin. Im Print-Bereich teste und bewerte ich Android-Apps, während ich online Texte zu allen technischen Themengebieten korrigiere und veröffentliche. Die Arbeit entspricht thematisch zwar nicht mehr meinen Hauptinteressen, ist aber aufgrund des angenehmen Arbeitsklimas und der großen Flexibilität bestens für meinen Lebensstil geeignet: Ich kann arbeiten, wann und wo ich will, so viel ich will - und kann jederzeit freinehmen.
  • Des Weiteren gebe ich Yoga-Unterricht, wann immer Interesse besteht: auf Festivals, auf Parkplätzen, am Strand oder auf Treffen jeglicher Art. Da ich ausschließlich auf Spendenbasis unterrichte, kommt hier meist nicht viel zusammen. Aber wenn neben dem einen oder anderen Euro auch mal ein kostenloses Frühstück rausspringt, sinken auch meine Ausgaben wieder. Für mich persönlich ist der beste Lohn aber ohnehin, die Schüler glücklich und entspannt nach der Yoga-Stunde zu sehen. :)
  • Seitdem ich mit Bus durch die Länder reise, versuche ich mich zudem als Warenhändler im kleinen Stil: Dieses Jahr habe ich einige Waren (Teppiche, Kleidung, Musikinstrumente, Kunstwaren usw.) aus Marokko mitgebracht, die ich mit etwas Gewinn wieder in Europa weiterverkaufe. Einige dieser Dinge habe ich gegen alte Elektronikartikel getauscht, die mir Freunde vor meiner Abreise mitgegeben haben.
  • Auch über inspiritana.org nehme ich Spenden entgegen. Natürlich kommt hier nicht viel rein, aber gelegentlich haben schon Leser ein paar Euro rübergeschickt. Vielen, vielen Dank an dieser Stelle! Dank euch bleibt unsere Webseite auch zukünftig kostenlos und werbefrei. :)
  • Vor allem als Backpacker, aber auch auf sonstigen Reisen, mache ich gelegentlich Straßenmusik - mit Mundharmonika und/oder Gitarre. Das funktioniert meist so gut, dass ich manche Reisen stellenweise nur damit finanziert habe.
  • Eine Android-App, die ich in Kooperation mit einem Freund aus den USA erstellt habe, wirft monatlich ca. 20 Euro ab. Nicht viel, aber immerhin eine regelmäßige Einnahme.

Rechne ich all diese Einnahmen zusammen, verdiene ich durchschnittlich etwa 250 bis 350 Euro pro Monat. Das reicht also gerade so, um meine regelmäßigen Ausgaben bei einem sehr einfachen Lebensstil zu decken. In den vergangen Monaten habe ich teilweise auch ein leichtes Minus in der Monatsbilanz gehabt.

Finanzielle Pläne & Ideen für die Zukunft

  • Da meine Einnahmen und Ausgaben derzeit etwa auf 0:0 auskommen, bin ich im Moment für unvorhersehbare Ausgaben wie größere Autorepaturen oder Krankheitsfälle nicht gewappnet.
  • Glücklicherweise habe ich noch einige Ersparnisse der (arbeitsreicheren) letzten Jahre, die noch für geraume Zeit als finanzieller Sicherheitspuffer dienen. Spätestens in wenigen Jahren werden diese aber erschöpft sein.
  • Deshalb bin ich derzeit immer noch dabei, mir weitere Einnahmequellen zu generieren - was nicht immer einfach ist, wenn man einer so strengen Moral wie ich folge. So will ich etwa nie Geld für Yoga-Unterricht verlangen oder Werbung auf inspiritana.org schalten. Wissen sollte in meinen Augen immer frei für jeden verfügbar sein. Auch viele Berufstätigkeiten würde ich aufgrund von Gewissensbissen niemals ausführen.
  • Dennoch habe ich allerhand Ideen für die Zukunft, hier nur eine Auswahl: mobile Computer- und Smartphone-Reparatur und -Hilfe auf Reisen, Saison-Arbeit (z.B. Olivenernte in Spanien oder Kellner in den Alpen), einen werbegestützten YouTube-Kanal (z.B. mit kostenlosen Yoga-Workouts), Motivationsredner und Life-Coach, Schreiben von (digitalen) Büchern, u.v.m.
  • Und wenn alles nichts hilft, ist Eddie meine größte Wertanlage: Wenn ich irgendwann pleite bin, werde ich meinen Bus verkaufen - und von dem Geld kann ich bei meinem Lebensstil einige Jahre lang mit dem Backpack um die Welt ziehen.
  • Generell mache ich mir aber keine Sorgen um Geld: Zum einen bin ich fest davon überzeugt, dass Geld - genauso wie alles andere - dann zu mir kommen wird, wenn ich es wirklich brauche. Zum anderen habe ich keine Angst davor, zeitweise ohne Geld zu leben - das habe ich phasenweise schon getan, und es war immer eine schöne, aufregende Zeit.

Fazit: Meine Lösung ist Vertrauen!

Immer wieder projezieren Leute ihre Ängste und Sorgen auf mich und stellen mir Fragen wie z.B.:

  • Hast du keine Angst, dass dich mal jemand ausraubt?
  • Was machst du denn, wenn du mal krank wirst?
  • Was ist, wenn du eines Tages auf der Straße landest?
  • Sorgst du dich nicht um deine Familie oder Freunde in der Heimat?
  • Was willst du machen, wenn du keinen Cent mehr hast? u.v.m.

All diese Fragen beantworte ich im Kern immer auf dieselbe Art und Weise: Nein, ich habe keine Angst. Ich entscheide mich gegen Sorgen, und vertraue stattdessen. Ich vertraue in mich, in den Moment und das Leben.

Auch wenn diese Einstellung von den meisten entweder als mutig oder naiv bezeichnet wird, hat sie sich schon unzählige Male bestätigt: Seitdem ich mir keine Sorgen mehr mache, gibt mir die Welt auch keinen Anlass mehr, mir Sorgen zu machen. Seitdem ich vertraue, belohnt mich das Leben mit einem Geschenk nach dem anderen.

Und das macht natürlich beim Thema Finanzen keinen Halt: Ich bin mir sicher, dass ich immer genauso viel Geld haben werde, wie ich tatsächlich brauchen werde. Und am Ende ist es nur Geld - eine gesellschaftliche gedankliche Konvention, deren Wert vergänglicher nicht sein könnte.

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